Die Verarbeitung von Miscanthus zu Pellets: ein neuer Verwertungsweg mit Proxipel
Miscanthus: Eine Kulturpflanze mit großem Potenzial
Miscanthus, auch „Elefantengras“ genannt, ist ein aus Asien stammendes mehrjähriges Gras, das sich nach und nach in den ländlichen Gebieten Europas durchsetzt. Da es in Form von Rhizomen gepflanzt wird, ist es nicht invasiv. Miscanthus wird seit über zwanzig Jahren in Frankreich und der Schweiz angebaut und zählt dank seines geringen Bedarfs an Betriebsmitteln, seines schnellen Wachstums und seines hohen Ertrags zu den Biomassepflanzen von großem ökologischem, landwirtschaftlichem und energetischem Interesse.
- Nach der Implantation verbleibt es 15 bis 20 Jahre an Ort und Stelle.
- Er benötigt nur wenig Dünger und so gut wie keine Pflanzenschutzmittel.
- Er wertet Böden auf, die mitunter als Randflächen gelten oder nur ein geringes Potenzial aufweisen. Er wirkt als Nitratfilter und bindet Schwermetalle.
- Durch sein dichtes Wurzelsystem trägt er dazu bei, Erosion und Oberflächenabfluss entgegenzuwirken.
- Es dient als Rückzugsraum für Wildtiere und fördert die Artenvielfalt
- Die Erträge liegen üblicherweise bei 12 bis 15 Tonnen Trockenmasse pro Hektar und Jahr, wobei unter guten Bedingungen Spitzenwerte von bis zu 20 t/ha erreicht werden können.
Aufgrund seines ökologischen Profils eignet sich diese Kulturpflanze besonders gut für die aktuellen Herausforderungen: Kohlenstoffbindung, Reduzierung des Einsatzes von Betriebsmitteln und Diversifizierung der landwirtschaftlichen Einkünfte.
Die wichtigsten Verwendungszwecke sind Biokraftstoffe, Mulch im Gartenbau, Tierstreu sowie – in geringerem Umfang – Tierfutter und Biomaterialien
Die Berufsmöglichkeiten
- Ein hochwertiger und nachwachsender Biobrennstoff: Trocken geerntet (15 % Feuchtigkeit) ist Miscanthus ein hervorragender Brennstoff. Sein hoher unterer Heizwert (4,9 kWh/t Trockenmasse ) ist mit dem von Holzpellets vergleichbar. Mit der Ernte von 1 Hektar Miscanthus lassen sich durchschnittlich 7.000 Liter Heizöl ersetzen. Wirtschaftlich gesehen sind die Anschaffungskosten pro MWh deutlich günstiger als die für Strom, Gas oder Heizöl. Dieser Brennstoff wird überwiegend in kurzen Lieferketten produziert, um Mehrstoff-Biomassekessel zu befeuern, die speziell für die Verbrennung landwirtschaftlicher Erzeugnisse ausgelegt sind.
- Ein Gartenmulch: Ästhetisch, biologisch abbaubar und pH-neutral, wodurch eine Versauerung des Bodens verhindert wird. Er hilft, die Feuchtigkeit zu bewahren, das mikrobielle Leben im Untergrund zu erhalten und das Unkrautwachstum einzudämmen.
- Premium-Einstreu: Sehr trocken; der schwammartige Kern des Halms verleiht ihr eine hohe Saugfähigkeit, die doppelt so hoch ist wie die von Stroh. Da sie ohne Düngemittel und Chemikalien angebaut wird, ist sie zu 100 % natürlich.
- Biomaterialien: Ihre faserige Struktur und ihre Gleichmäßigkeit eröffnen neue Perspektiven in der Industrie für biobasierte Werkstoffe (Dämmplatten, Betonsteine auf Miscanthus-Basis …)
- Tierfutter: Als Bestandteil der Futterration von Milchkühen verbessert Miscanthus dank seiner scheuernden Wirkung die Wiederkäuung, was zu einer Verringerung von Azidosen führt und somit die allgemeine Gesundheit der Tiere fördert.
Die Grenzen der herkömmlichen Bewertung
Trotz seiner Vorzüge wirft die Verwertung von Miscanthus in seiner ursprünglichen Form mehrere Schwierigkeiten auf:
- Kostspieliger Transport und Lagerung: Die Dichte ist sehr gering und liegt in der Regel zwischen 90 und 120 kg/m³ als Schüttgut (Silage) sowie zwischen 200 und 300 kg/m³ in Ballen (nach dem Mähen und Pressen), was den Transport über große Entfernungen unrentabel macht und sehr große Lagerkapazitäten erfordert. Der Transport von Miscanthus ist nur über sehr kurze Entfernungen rentabel, typischerweise unter 40 km bei loser Ware und 80–100 km bei Ballen. Bei größeren Entfernungen werden die Transportkosten unerschwinglich, weshalb das Produkt hauptsächlich für lokale Projekte bestimmt ist.
- Begrenzte Märkte: Mulch für den Gartenbau ist nach wie vor ein Nischenprodukt, Mulch steht im Wettbewerb mit anderen Materialien (Hackschnitzel, Hanf, Stroh), und der Einsatz in Heizungsanlagen kommt nur lokal in Betracht.
- Anspruchsvolle Logistik: Die sperrigen Mengen erfordern große Lagerflächen und den Einsatz von Maschinen für den Umschlag der Biomasse. So werden 30 m² benötigt, um 15 t Miscanthus zu lagern.
Diese Hindernisse schmälern die wirtschaftliche Attraktivität des Anbaus für die Erzeuger, trotz seines ökologischen Nutzens.
Vorteile von Miscanthus-Granulat:
Die Granulierung stellt eine entscheidende Neuerung dar. Durch die Verdichtung der Biomasse entsteht ein homogenes, kompaktes und vielseitig einsetzbares Produkt, das zahlreiche Vorteile bietet:
- Erhöhung der Energiedichte
- Beim Granulierungsprozess wird das zerkleinerte Miscanthus-Gras verdichtet, wodurch sich seine Dichte erheblich erhöht. Die Schüttdichte von Miscanthus beträgt etwa 120 kg/m³, während die des Pellets bis zu 650 kg/m³ erreichen kann. Diese höhere Dichte bedeutet, dass bei gleichem Lagervolumen deutlich mehr Energie gespeichert werden kann
- Einfache Handhabung und Automatisierung
- Miscanthus-Pellets sind homogen und weisen eine einheitliche Korngröße auf. Aufgrund dieser Eigenschaft eignet es sich ideal für automatische Heizsysteme, wie beispielsweise Mehrstoff-Pelletkessel. Es kann über Förderschnecken oder Saugsysteme befördert werden, was die Beschickung des Kessels und die Automatisierung der Heizung erheblich erleichtert. Miscanthus als Schüttgut kann – selbst in zerkleinerter Form – unterschiedliche Schnittlängen aufweisen, was den Transport über automatisierte Systeme erschweren und in nicht entsprechend ausgelegten Heizkesseln zu Verstopfungen führen kann.
- Geringeres Lager- und Transportvolumen
- Dank ihrer hohen Dichte benötigen Pellets weniger Lagerplatz. Die geringe Dichte von zerkleinertem Miscanthus als Schüttgut führt zu einem hohen Volumen, was wesentlich größere Lagerflächen und eine häufigere Nachlieferung erfordert. Eine Tonne zerkleinertes Miscanthus nimmt ein Volumen von etwa 8 bis 10 m³ ein, gegenüber nur 1,5 m³ bei Pellets. Dies ist besonders vorteilhaft für Privathaushalte oder kleine Gemeinschaftsanlagen, die nicht über ein großes Silo verfügen. Auch der Transport ist effizienter, da mehr Brennstoff auf einen einzigen Lkw verladen werden kann. Ein 30-m³-Kipper transportiert 3 bis 4 Tonnen Rohmaterial, gegenüber fast 20 Tonnen Pellets.
- Verbesserte Verbrennungsqualität
- Durch die Granulierung lassen sich Feuchtigkeit und Dichte des Brennstoffs besser kontrollieren. Das Granulat weist einen geringeren Feuchtigkeitsgehalt auf (10 % statt 15 % bei Miscanthus-Häckselgut), was einen höheren Heizwert und eine effizientere Verbrennung gewährleistet. Die standardisierte Korngröße des Pellets sorgt für einen besseren Transport und verringert das Risiko von Betriebsstörungen.
- Weitere Vorteile von Miscanthus-Pellets:
- Tierstreu : Miscanthus-Granulat kann das Dreifache seines Volumens aufnehmen, wodurch es Flüssigkeiten optimal absorbiert und gleichzeitig Gerüche reduziert. Seine trockene, luftige und weiche Struktur ist für empfindliche Pfoten geeignet. Das staubfreie Granulat beugt Atemwegsproblemen vor. Das Ausbringen und die Reinigung sind einfacher.
- Logistische Vorteile: Lagerung in Silos oder Big Bags, maschinelle Handhabung, langfristig stabiles Produkt.
- Standardisierung: ein genormtes Format, das die Vermarktung erleichtert, wie beispielsweise bei Holzpellets.
Proxipel: Granulierung direkt an der Quelle
Bislang musste die Biomasse für die Verarbeitung zu Pellets zu einer stationären Pelletieranlage transportiert werden, was hohe Logistikkosten und erhebliche Mindestmengen mit sich brachte.
Proxipel hat eine innovative Lösung entwickelt: Proxiflex, eine mobile Granulieranlage.
- Ein Industrieanhänger, der mit der erforderlichen Technik ausgestattet ist.
- Einsatz direkt vor Ort, in unmittelbarer Nähe zu den Erzeugern.
- Herstellung von Granulat, das gebrauchsfertig oder zum Verkauf bestimmt ist.
Die unmittelbaren Vorteile
- Logistische Einsparungen: Anstatt sperriges Miscanthus zu transportieren, wird die Maschine selbst transportiert.
- CO₂-Reduzierung: weniger Lkw, weniger zurückgelegte Kilometer.
- Flexibilität: eignet sich sowohl für einen Einzelbetrieb als auch für eine Genossenschaft.
- Zugänglichkeit: Es ist weder eine Investition in eine stationäre Anlage noch die Bündelung riesiger Mengen erforderlich.
Vielversprechende Perspektiven für die Miscanthus-Branche
Der Pelletmarkt wird heute weitgehend von Holz dominiert. Doch die steigende Nachfrage nach erneuerbaren Energien und biobasierten Rohstoffen ebnet den Weg für neue Biomassearten.
Miscanthus erweist sich dank seiner Produktivität, seiner Verfügbarkeit und seines geringen CO₂-Fußabdrucks als ernstzunehmender Kandidat. Die mobile Technologie von Proxipel beseitigt logistische Hindernisse und ermöglicht dessen Verwertung in unterschiedlichem Maßstab.
Für Landwirte und Unternehmen bietet sich hier die Gelegenheit, ihre Absatzmärkte zu diversifizieren, die Rentabilität des Anbaus zu verbessern und sich in die Dynamik der Kreislaufwirtschaft einzubringen.
Dienstleistungen von Proxiflex:
- Unsere mobile Pelletierungslösung
- Unsere innovative Technologie
- Vermietung einer mobilen Pelletieranlage
- Verkauf von Pellets
